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Sehnenmaterial, Durchmesser & Sehnengeräuschdämpfer - Jäger und Sammler Zu Inhalt springen
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Sehnenmaterial, Durchmesser & Sehnengeräuschdämpfer

Sehnenmaterial, Durchmesser & Sehnengeräuschdämpfer

Welches Sehnenmaterial sollte man verwenden?

Es gibt unterschiedliche Sehnenmaterialien, die sich grob in zwei Kategorien einteilen lassen: Dacron und Fast Flight (Überbegriff für diverse Hochleistungssehnengarne).
Haupteigenschaft ist dabei die Dehnbarkeit der Sehne: Dacron ist relativ elastisch, während Fast Flight deutlich starrer ist, hier gibt es teils deutliche Unterschiede zwischen den Garnen.

Je dehnbarer die Sehne ist, desto mehr Energie geht beim Abschuss verloren (verliert sich in der Sehnendehnung und wird nicht in den Pfeil übertragen), gleichzeitig wird der Bogen entlastet. 
Je starrer, je weniger dehnbar die Sehne ist, desto direkter wird die Energie in den Pfeil übertragen und desto höher ist die Effizienz und Pfeilgeschwindigkeit - allerdings wird der Bogen stärker beansprucht und muss für die Nutzung einer Fast Flight Sehne ausgelegt sein.


Was ist Dacron und wann sollte man es als Sehnenmaterial verwenden?

Dacron ist ein Polyester-Sehnenmaterial mit vergleichsweise hoher Dehnbarkeit. Dieses dämpft Belastungsspitzen und macht es für viele klassische Bögen (z.B. aus Holz), günstigere und ältere Modelle oder Setups ohne verstärkte Tips zur sicheren Wahl. Dacron schießt sich oft gutmütig und eher leise, kann aber etwas weniger „direkt“ wirken als moderne, dehnungsarme Fasern und die Pfeilgeschwindigkeit und Reichweite negativ beeinflussen. Wenn du unsicher bist oder der Hersteller keine Angaben zur Sehnentauglichkeit des Bogens macht, ist Dacron die richtige Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen Dacron, DynaFly und Spectra?

Dacron dehnt sich deutlich stärker als moderne Hochleistungsfasern. Unter Zug verlängert sich eine Dacron Sehne spürbar und gibt einen Teil der Energie an die Dehnung ab. Das macht den Schuss weich und materialschonend, kostet aber Geschwindigkeit. Dacron eignet sich deshalb vor allem für ältere, günstige Bögen und Langbögen ohne verstärkte Tips, bei denen Haltbarkeit wichtiger ist als Leistung.

DynaFlight 97 und Spectra 652 sind Fast Flight Sehnengarne und liegen deutlich näher beieinander. Beide bestehen aus HMPE Fasern. In der Praxis wirkt Spectra 652 meist etwas weicher und dehnbarer, während DynaFlight 97 als stabiler und formfester wahrgenommen wird. Der Unterschied ist klein und hängt stark von Strangzahl, Vorstrecken und Bauweise der Sehne ab.

Längenänderung:

  • Dacron: etwa 1,7 Prozent
  • Spectra 652: etwa 1 Prozent
  • DynaFlight 97: etwa 0,4 Prozent

Geschichte der modernen Sehenmaterialien

Spectra 652 hat die gleiche Formel wie das ursprüngliche FastFlight von Brownell. Das FF war das erste Nicht-Dacron-Produkt (außer Kevlar). Die Ingenieure, Ray Browne und Bob Destin, die es entwickelt haben, arbeiteten für Brownell und besitzen die Rechte an der Formel. Brownell hatte die Rechte am Namen. Sie verließen das Unternehmen, gründeten BCY und benannten FastFlight in 652 Spectra um. 

Später entwickelten sie das noch dehnungsärmere DynaFlight 97, ein Produkt aus 100 % Dyneema unter Verwendung von Sk95. 652 war damit die Brücke von Dacron zu Dyna. 

652 ist „weicher”, da es mehr Dehnung als D97 aufweist. Aufgrund der höheren Stranganzahl bei 652, da es ein viel dünneres Material ist, wird der durchschnittliche Schütze in den meisten Fällen keinen Unterschied zwischen den beiden feststellen. Bei moderateren Strangzahlen (12 bis 14) ist D97 etwas stabiler und haltbarer.

Wie viele Stränge sollte eine Bogensehne haben?

Die Strangzahl beeinflusst Haltbarkeit, Geräusch und vor allem den Durchmesser im Nockbereich.
Die Strangzahl der Sehne muss zu der Stärke des Bogens passen: Je mehr Stränge, desto mehr Zuggewicht kann die Sehnen halten. Die empfohlene Strangezahl variiert dabei von Garn zu Garn.

Zu wenige Stränge können Nocken zu locker machen, zu viele können klemmen und das Lösen stören. Ziel ist ein sauberer Nockfit: sicherer Halt, aber kein „Festbeißen“. Häufig wird der exakte Durchmesser über die Mittenwicklung (Serving) fein abgestimmt. Für Training kann ein etwas robusterer Aufbau praktisch sein, weil er Verschleiß besser wegsteckt.

Was ist Serving (Mittenwicklung/Endwicklung) und warum ist es wichtig?

Serving (Mittelwicklung) ist die schützende Wicklung auf dem mittleren Teil der Sehne, wo der Pfeil eingenockt wird (bei manchen Sehenntypen sind für zusätzlichen Schutz auch die Öhrchen umwickelt). Die Mittenwicklung definiert den Durchmesser für die Pfeilnocke und schützt dort, wo Finger-Tab oder Release arbeiten. Endwicklungen schützen die Schlaufenbereiche vor Abrieb an den Tips. Gutes Serving verhindert Ausfransen, stabilisiert die Sehne und hält das Setup konstant. Wenn Serving rutscht, aufplatzt oder stark abgenutzt ist, kann sich Nockpassung und Schussgefühl ändern – Materialkontrolle und Reperaturen sind wichtig.

Was ist ein Nockpunkt auf der Sehne und warum ist er wichtig?

Der Nockpunkt markiert die Position der Pfeilnocke auf der Nocke, damit jeder Schuss mit identischem Setup startet. Er verhindert, dass der Pfeil beim Auszug wandert, und stabilisiert das Trefferbild in der Höhe. Nockpunkte werden geklemmt oder gewickelt; gewickelte Varianten sind oft schonend und langlebig. Wichtig ist: Der Nockpunkt sitzt fest auf der Sehne, die Nocke sitzt sicher aber klemmt nicht und der Pfeil liegt in deinem Setup sauber an. Kleine Abweichungen können sich deutlich auswirken.

Was sind Sehnengeräuschdämpfer (Puschel/Cat Whiskers) und was bringen sie?

Sehnengeräuschdämpfer, umgangssprachlich „Puschel“, „Puffs“ oder „Cat Whiskers“ reduzieren die Eigenschwingung der Sehne nach dem Schuss. Das macht den Bogen häufig leiser und kann Vibrationen spürbar dämpfen. Der Nachteil ist ein leichter Geschwindigkeitsverlust, abhängig von Material, Größe und Position, da mehr Gewicht an der Sehne deren Beschleunigugn reduziert. Sie sind besonders bei traditionellen Setups beliebt, funktionieren aber grundsätzlich überall dort, wo sie den Pfeilweg nicht stören und sauber montiert sind.

Wie baut man Sehnengeräuschdämpfer (Puschel) in die Sehne ein?

Markiere die Positionen symmetrisch auf oberer und unterer Sehnenhälfte; häufig startet man ungefähr bei einem Viertel der Sehnenlänge von den Öhrchen aus. Dann den Bogen abspannen, die Sehne an der Markierung leicht aufdrehen und die Stränge teilen. Den Dämpfer durch die Öffnung führen, Sehne wieder zudrehen und den Dämpfer festziehen. Zum Schluss beide Seiten gleich ausrichten und die „Puschel“ sauber auf Länge trimmen.

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